IBM TS7700 – Wirklich eine Revolution für Mainframe Backup?

Mit der Ankündigung der IBM TS7770, einer virtuellen Bandspeicherlösung für Mainframes, kündigt IBM eine neue Funktion für dieses System an,  das „DS8000 Object Store“ Feature. Mit viel Marketinggetöse wird diese neue Funktion bei den Kunden nun beworben.

Welche Strategie steckt wirklich hinter dieser neuen Funktion?

Nicht etwa das, was Kunden seit vielen Jahren fordern, nämlich: Kosten zu reduzieren, die Komplexität zu vereinfachen oder die Gesamtlösung bestehend aus Mainframe – Online-Speicher  – Backup-Speicher offen und cloud-fähig zu gestalten. Die Suche nach einem einfachen und modernen Datenmanagement für Backup bleibt durch diese Ankündigung weiterhin erfolglos.    

Ziel: Kundenbindung erhöhen!

Was auf den ersten Blick wie eine lange gewünschte Funktion aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als nichts anderes als ein weiterer Baustein, um Mainframe-Kunden immer fester in den Klauen des Herstellers zu festigen. SDS, das Storage-Thema der Zukunft, versteht IBM um möglichst proprietäre Lösungen anzubieten, welche den Kunden insofern an IBM fesselt, dass er künftig nicht mehr einfach eine der beiden Komponenten Online-Speicher oder Backup Speicher durch einen anderen Hersteller ersetzen kann. Dies bietet eine ideale Möglichkeit, den Kunden unter dem Mantel der Funktionserweiterung noch näher an sich zu binden. Es wird deutlich, dass IBM nach wie vor eine Company ist, die im Mainframe-Umfeld hardwaregetrieben agiert und sich nach wie vor nicht öffnen will.

Alternative Lösungen:

Stattdessen sollten Mainframe Kunden darüber nachdenken, welche Möglichkeiten bestehen, sich aus dieser Umklammerung zu lösen. Eine solche könnte die Migration  von proprietären Hardware Features hin zu wirklich offenen, modernen und cloud-fähigen Softwarelösungen, die ein modernes Data Management bieten, sein. Diese ermöglichen nämlich, für Mainframe-Backup-Daten beliebige Speichersysteme von allen Herstellern nutzen zu können und setzen gleichzeitig darauf, die lizenztechnisch immens teuren Mainframe-Prozessoren für Backup-Tasks nicht mehr nutzen zu müssen – und das kombiniert mit einer modernen Datenmanagement-Benutzeroberfläche: Weg von Funktionen, die nur noch von Kollegen beherrscht werden, die in Kürze in den wohlverdienten Ruhestand gehen werden.

Das IT Management ist gefordert!

Hier ist zugleich das IT Management gefordert, um die Mainframe Fachabteilungen in die richtigen Richtungen zu führen. Bei einer anstehenden Erneuerung der Backup-Umgebung sollte konsequent nach alternativen, nicht proprietären Lösungen gesucht werden, welche eine effektive Vereinfachung der Backup-Prozesse ermöglichen. Wirkliche SDS-Lösungen wie zum Beispiel Model 9 ermöglichen dies uns sind häufig gepaart mit erheblicher Kostenreduzierung, Vereinfachung und modernem Datenmanagement.

Peter Freund